swissDIGIN-Forum: Rückblick auf die Veranstaltung vom Mittwoch, 28. November 2018

E-Invoicing in der Schweiz - gestern, heute und morgen

 

Christian Tanner, FHNW, begrüsste die rund 80 Teilnehmenden der Veranstaltung zum Thema «E-Invoicing in der Schweiz - gestern, heute und morgen». Ins «morgen» blickten die Teilnehmenden mit einer Einführung zur Blockchain und kritischen Betrachtung der Potenziale für die Rechnungsstellung. Im «heute» dreht sich die Diskussion um alternative, vereinfachte Lösungskonzepte, die zur Verbreitung der E-Rechnung beitragen könnten, seitdem die Verordnung über elektronische Daten und Informationen (ElDI-V) zum 1. Januar 2018 ausser Kraft gesetzt wurde. Dazu passend wurden am swissDIGIN-Forum der aktuelle Stand und die Potenziale der QR-Rechnung sowie der kombinierten PDF/XML-Rechnung (ZUGFeRD/Facture-X) vorgestellt. Die Eidgenössische Finanzverwaltung komplettierte die Veranstaltung mit einem Rückblick ins «gestern» des Vorhabens E-Rechnung, welches nun vom Projekt in den operativen Betrieb überführt wird.

 

 

Christian Tanner eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick der jüngsten Aktivitäten im swissDIGIN-Forum. Zum Einstieg in das Thema des Nachmittags blickte er kurz zurück zu den Anfängen des swissDIGIN-Forums im 2005 und die wesentlichen Entwicklungen der letzten 13 Jahre von EDI-Standards über die Revision des Mehrwertsteuergesetzes bis zur Abschaffung der Signaturpflicht und der ElDI-V.

 

Walter Dettling, FHNW, präsentierte eine Einführung zur Blockchain-Technologie. Die Teilnehmenden erhielten ein Fundament, um sich in der aktuellen Debatte eine grundlegende Meinung zu bilden. Während vereinzelt Marktpiloten durchgeführt werden, welche die Rechnungsstellung am Rande tangieren, ist das Potential der Blockchain-Technologie für die Rechnungsabwicklung derzeit noch nicht gänzlich ausgelotet.

 

Thomas Reske, SIX Group, berichtete über den aktuellen Stand der Entwicklungen rund um die QR-Rechnung. Nach umfangreichen Vernehmlassungen wurden zuletzt der Konsultationsbericht und die entsprechenden Implementation Guidelines veröffentlicht. Durch den Wegfall der strukturierten Informationen zur Fälligkeit der Rechnung gewinnt die Syntax-Definition von Swico zusätzlich an Bedeutung. Die Einführung der QR-Rechnung ist für Juni 2020 geplant, ein konkretes Ende der bisherigen Einzahlungsscheins ist noch nicht terminiert.

 

Nach einer Networking-Pause informierte Richard Chresta, GS1, über den aktuellen Stand der Hybrid-Rechnung in der Schweiz. Zuletzt hatte GS1 im August 2018 eine Anwendungsempfehlung für ZUGFeRD (Elektronische Hybrid-Rechnung PDF mit XML) für die Schweiz publiziert.

 

Zum Abschluss blickte Simon Zbinden, EFV, darauf zurück, wie die E-Rechnung bei der Bundesverwaltung «wachgeküsst» wurde. Dazu beleuchtete er die wichtigsten Projekterfahrungen, die relevanten Treiber und die Erwartungen für die kommenden Jahre. Insgesamt hat die Bundesverwaltung die Einführung der E-Rechnung intensiv begleitet, durch die Erfüllung ihrer Vorbildfunktion, mit umfangreichen Informationskampagnen und dem Mitgestalten der Rahmenbedingungen in enger Abstimmung mit der Wirtschaft, z.B. über die Mitwirkung im swissDIGIN-Forum. Rückblickend ist der wichtigste Erfolgsfaktor, Hürden möglichst niedrig zu halten, beispielsweise durch die Verfügbarkeit von passenden Lösungen für verschiedene Lieferanten und proaktive Information und Zusammenarbeit. Somit konnte der Anteil E-Rechnungen bei der Bundesverwaltung trotz einer sehr heterogenen Lieferantenstruktur auf über 60% gebracht werden.

 

Zum Schluss fasste Christian Tanner die Ergebnisse des Nachmittags zusammen. Neben einem guten Verständnis für die Rahmenbedingungen sind bedürfnisorientierte Lösungen und die Bereitschaft, bestehende Prozesse neu zu denken unerlässlich. Das swissDIGIN-Forum leistet hierzu mit Community-Events, Seminarangeboten zu E-Invoicing in Zusammenarbeit mit procure.ch und kostenlosen Informationen einen wertvollen Beitrag.

 

Detailliertere Informationen können Sie den einzelnen Präsentationsfolien entnehmen.