swissDIGIN-Forum: Rückblick auf die Veranstaltung vom Donnerstag, 23. Mai 2019

Business Software als E-Invoicing Standard und Internationale Entwicklungen

 

Christian Tanner, FHNW, begrüsste die rund 65 Teilnehmenden der Veranstaltung zum Thema «Business Software als E-Invoicing-Standard und E-Invoicing in unseren Nachbarländern». QR-Rechnung, PDF-Rechnung oder ZUGFeRD/FacturX-Rechnung, EDI-Rechnung in XML oder Edifact – die Möglichkeiten, wie heute Rechnungen bereitgestellt und dann möglichst effizient verarbeitet werden können, sind vielfältig. Wie einfach es einerseits dem einzelnen Unternehmen gelingt, die Kunden mit dem gewünschten Rechnungsformat zu bedienen und andererseits eingehende Rechnungen unterschiedlichster Formate schlank und kontrolliert zu verarbeiten, hängt stark von der eingesetzten Business Software ab. Dies wurde am Forum von verschiedenen Business Software-Anbietern aufgenommen, sowie im Plenum diskutiert. Darüber hinaus macht der wirtschaftliche Austausch mit den Nachbarländern für Schweizer Unternehmen und Organisationen einen grossen Teil des internationalen Geschäfts aus. Diesbezüglich wurde der aktuelle Stand der Entwicklungen im E-Invoicing aufgezeigt.

 

 

 

Christian Tanner eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick der jüngsten Aktivitäten im swissDIGIN-Forum. Zuletzt wurde die Neopost AG als neuer Partner begrüsst und die nationale Statistik zum E-Invoicing im 2018 publiziert. Den Einstieg in das Thema des Nachmittags bildete eine Einschätzung der Bedeutung von Business Software für die Einhaltung und Verbreitung von E-Invoicing-Standards im Spannungsfeld von heterogenen Bedürfnissen der beteiligten Akteure.

 

Im Anschluss demonstrierten verschiedene Business Software-Anbieter, wie sie die verschiedenen Rechnungsstellungsvarianten unterstützen und die weitere Entwicklung einschätzen. Remo Kalberer PROFFIX und Yves Dufaux, ProFinance, beleuchteten das Thema aus der Perspektive von Business Software-Anbietern für KMU. Beide betonten die Wichtigkeit von niedrigschwelligen Lösungen für den elektronischen Rechnungsempfang und –versand. Thomas Huwyler, dynasoft, stellt die ERP-Software «tosca» vor, bevor Nicolas Guillet, Abacus, die Fakturierungslösung «AbaNinja» demonstrierte. Die Nutzung verschiedener Standards, Kanäle und Automatisierungsgrade ist technisch dabei kaum noch eine Herausforderung. Gängige Standardsoftware kann und muss heute das gesamte Spektrum der Bedürfnisse abdecken und dabei möglichst kostengünstig und benutzerfreundlich sein.

 

Ergänzend zeigte Marcel Siegenthaler, topsoft, auf, wie die Datenbank des Beratungs- und Vergleichsdienstleisters für Business Software bei der Auswahl von Lösungen helfen kann. Ausserdem wurde im Plenum über Kriterien abgestimmt, die in diesem Thema Transparenz schaffen.

 

Nach einer Networking-Pause informierte Stefan Engel-Flechsig, international tätiger E-Invoicing Experte und Präsident des Forums Elektronische Rechnung Deutschland, im zweiten Themenblock über die aktuellen Entwicklungen rund um E-Invoicing in den Nachbarländern der Schweiz. Es zeigt sich, dass die E-Rechnung in der Verwaltung vermehrt zur Pflicht wird, und damit auch die Relevanz in der Wirtschaft zunimmt. Eine Vereinheitlichung der Standards ist dennoch kaum in Sicht, eher ist eine Vervielfältigung zu erkennen.

 

Zum Schluss fasste Christian Tanner die Ergebnisse des Nachmittags zusammen. Business Software haben erst begonnen, strukturierte Formate für die Geschäftsdokumente einzusetzen. Für KMU erscheinen QR-Rechnung und ZUGFeRD/Factur-X als vielversprechende, niedrigschwellige Ansätze, was von den Business Software Anbietern bereits aufgenommen wurde. Dennoch bleibt die Formatkonversion eine Herausforderung mit einigen Fallstricken, und auch die Umsetzung von E-Invoicing in der EU ist, trotz Direktive, heterogen.

 

Abschliessend informierte Simon Zbinden, GS1, zur Übergabe des swissDIGIN-Forums. Als langjähriger Partner wird GS1 das Forum ab Mitte 2019 operativ leiten und zum Anfang 2020 vollständig übernehmen, wobei das Forum in Organisation und Arbeitsweise eigenständig bleibt. Die FHNW bleibt als Initiantin und Hochschulpartnerin weiterhin mit an Bord.

 

Detailliertere Informationen können Sie den einzelnen Präsentationsfolien entnehmen.