swissDIGIN-Forum: Rückblick auf die Veranstaltung vom Mittwoch, 13. November 2019

Intelligente Roboter im Kreditorenprozess?

 

Christian Tanner, FHNW und Simon Zbinden, GS1 Switzerland, begrüssten die rund 60 Teilnehmenden der Veranstaltung zum Thema «Intelligente Roboter im Kreditorenprozess?». Eingehende Rechnungen müssen nicht nur bezahlt werden, sie verursachen auch einiges an Aufwand. Zur effizienten Verarbeitung werden daher verschiedene Werkzeuge, wie zum Beispiel ein elektronischer Kreditorenworkflow, der Empfang von strukturieren E-Rechnungen oder OCR für die automatische Erkennung des Rechnungsinhalts verwendet. Mit dem Einsatz von Robotic Process Automation (RPA) und künstlicher Intelligenz (KI) lässt sich die Prozesseffizienz weiter steigern. Gerade auch dann, wenn nicht alle Daten in perfekter, strukturierter Form vorliegen und verschiedene unabhängige Systeme im Einsatz stehen.

 

 

Christian Tanner führte in das Thema ein und klärte die verwendeten Begriffe in einer systematischen Übersicht. Der Einsatz von KI und RPA ist vor allem dort interessant, wo keine strukturierten Daten vorliegen.

 

Radovan Simić stellte krankheitsbedingt den automatisierten Wareneingangsprozess von Bayer per Telefon vor. Da das Automatisieren des Ist-Zustands nicht zwingend den maximalen Nutzen stiftet, wurden im Projekt die Prozesse zuerst analysiert und standardisiert. In drei Monate wurden so 18 Prozesse identifiziert, die über zwanzigtausend Stunden Einsparpotenzial pro Jahr aufweisen.

 

Wie die Rechnungsverarbeitung mit KI und RDA funktionieren kann, erklärte Nils Kernen am Beispiel der Steuerrechnungen für Swisscom (Schweiz) AG. Die Erwartungen an die KI sind nicht zu hoch anzusetzen und der Aufwand für den Betrieb der Roboter ist nicht zu unterschätzen. Sobald ein Roboter aber läuft, können sich die Mitarbeitenden um wertschöpfende(re) Tätigkeiten kümmern.

 

Nach der Kaffeepause zeigte Dieter Keller, b4value.net, wie das TRAFFIQX-Netzwerk verschiedene Service Provider auf intelligente Weise verbindet und Marcel Schulze vom DFKI wie mittels KI ein Unternehmensgedächtnis entsteht, welches digitale Ressourcen jeglicher Art verwaltet.

 

In der anschliessenden Update-Runde gab es Neuigkeiten zum Netzwerkpartnermodell eBill, Anwendungen der Blockchain-Technologie von edeXa und der Aufnahme der am letzten swissDIGIN-Forum erarbeiteten Kriterien in die Topsoft-Datenbank zur Evaluation von Business Software-Anbietern.

 

Detailliertere Informationen können Sie den einzelnen Präsentationsfolien entnehmen.